kirche-garbenheim
  Wort zum Sonntag
 
Predigt für Sonntag, den 29. März 2020  
von Ellen Wehrenbrecht


Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden,
dies ist schon der dritte Sonntag, an dem wir uns nicht
treffen können, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern.
Und manchen fällt vielleicht schon „die Decke auf den Kopf“.
Ich kann mir vorstellen, dass gerade Euch Konfirmanden die
Langeweile plagt, dass es öde ist, sich nicht mit anderen
treffenzu können und vielleicht vermisst Ihr jetzt auch die
Schule, die Lehrer, vielleicht auch den Konfi-Unterricht
und dieGottesdienste. Man muss sich sinnvolle
Beschäftigungen suchen.
Ihr habt Zeit zum Lernen. Ich bin jedenfalls froh, dass wir
die Konfirmandenfreizeit noch durchführen konnten und die
Zeit da oben in Rodenroth ein stückweit abseits der
Coronakrise erleben konnten.
Denkt Ihr/denken Sie in diesen Tagen manchmal an die
Zukunft? Da ist vieles im Augenblick ungewiss, auch ob die
Konfirmation im Mai stattfinden kann. Darüber werden wir in
den nächsten Tagen entscheiden. Die Konfirmation ist die
nahe Zukunft. Wir können aber auch einen Blick auf die
weitere Zukunft werfen und größere Zusammenhänge
sehen und dann
mag sich manches relativieren. Davon spricht unser Predigttext
aus dem Hebräerbrief 13, 12-14:

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes
Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm
hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir
haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
„Wir haben hier keine bleibende Stadt“ – das bedeutet, dass wir
nicht damit rechnen können, dass alles so bleibt, wie es ist oder wie
wir es geplant oder gedacht haben. Genau das erleben wir zur Zeit,
dass sich unser Alltag von heute auf morgen völlig verändert hat,
dass vieles zusammenbricht, so dass einem angst und bange wird.
Viele Menschenleben und Existenzen sind bedroht. Mancher gerät
in eine Zwickmühle, weil er weiß, wie wichtig menschliche Nähe ist,
aber sie nicht geben darf. Wie lange kann einer die Isolation und
Einsamkeit ertragen? Wir hoffen alle, dass diese Zeit bald vorbei ist
und wir das durchhalten können. Wir beten darum, wir suchen Halt
und Zuversicht im Gebet vor Gott. Wir vertrauen darauf, dass Er
unser Gebet erhört.
Der Hebräerbrief sagt: „Wir haben hier keine bleibende Stadt,
sondern die zukünftige suchen wir.“ Darin klingt nicht nur das
Wissen um die schmerzliche Lebenserfahrung an, dass hier für uns
nichts von Dauer ist, dass wir loslassen und bereit zum Aufbruch
sein müssen, sondern auch die positive, starke Lebenseinstellung,
dass wir von uns selbst ja dazu bereit sind aufzubrechen und eine
bessere Zukunft zu suchen. Es gibt eine Zukunft, es gibt auch eine
bessere Zukunft, nach der es sich lohnt zu suchen. Wir Älteren
wären froh, wenn Ihr Jüngeren nach dieser besseren Zukunft
sucht; und wir gehen mit und helfen mit, solange es uns möglich
ist. Wir wären froh, wenn Ihr das Alte, was uns lieb und wertvoll
ist, bewahrt und achtet:  Kunst, Musik, Kultur, Literatur und
Sprache, den Glauben an Gott, das Vertrauen in Gottes Wort und
vieles mehr. Was wäre denn eine bessere Zukunft?
Eine, in der sich nicht alles um das Geld dreht.
Eine, in der die Umwelt geschützt und nicht nur ausgebeutet wird.
Eine, in der man Rücksicht aufeinander nimmt und Freude hat
an einer fröhlichen und herzlichen Gemeinschaft.
Eine, in der man dem Konsum, dem Globalismus und

In einem Lied heißt es: „Der Himmel, der kommt, das ist die
fröhliche Stadt und der Gott mit dem Antlitz des Menschen.“
( EG 153, 4)
Gott hält die Welt, Gott hält uns in seiner Hand. Er verspricht
uns: Es gibt immer eine Zukunft, sogar über den Tod hinaus. Das
mag uns dazu ermutigen, in einer Krise und aus einer Krise heraus,
eine neue bessere Zukunft zu suchen. Wir bauen gemeinsam daran
an jedem Tag, der uns hier geschenkt wird. Amen

Ich lade Sie/Euch ein zu singen und zu beten EG 97, 2+3
Wollen wir Gott bitten, dass auf unserer Fahrt                                                                                   Friede unsere Herzen und die Welt bewahrt.                                                      
Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen. Ruf uns aus den Toten, laß
uns auferstehn.

Denn die Erde klagt uns an bei Tag und Nacht.                                                           
Doch der Himmel sagt uns: Alles ist vollbracht!                                                              
Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen. Ruf uns aus den Toten, laß
uns auferstehn.    
„Bittet, so wird euch gegeben“, sagt Jesus; deshalb beten wir, dass
wir die Einschränkungen aushalten, dass wir die Coronakrise in
den Griff bekommen, dass wir zusammenhalten. Wir bitten für
die Menschen, deren Leben und Existenz bedroht ist und für die
Menschen in Italien, Spanien, in den Flüchtlingslagern…                                                                                                                                                                            


 
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